NMS 6 St. Peter

Leitfaden
für

KIND – ELTERN – LEHRER – GESPRÄCHE

„Nicht übereinander, sondern miteinander reden...“

Unserem Anspruch, alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern, werden wir gerecht, wenn alle im Lernumfeld Beteiligten miteinander im Dialog stehen, d.h. wenn sie wissen, was gut läuft, aber auch, was besser laufen könnte. Deshalb sind regelmäßige konstruktive Gespräche mit den Schülerinnen und  Schülern sowie deren Eltern in einer unbelasteten Atmosphäre zu entwickeln, in der auch mögliche Konflikte besser gelöst werden können.

1.     Einführung des KEL-Gesprächs

Die Einführung der KEL-Gespräche soll die Entwicklung einer Gesprächskultur einleiten, die auf einem Dialog basiert und so eine Kommunikation „auf Augenhöhe“verankert. Dazu braucht es gleichen Informationsstand aller Gesprächsteilnehmerinnen und Gesprächsteilnehmer und deren gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung.

Der Entwicklung einer Kommunikationskompetenz der uns Anvertrauten sollte im Unterricht, parallel zur Einführung der KEL-Gespräche, großen Raum gegeben werden. Um Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre eigenen Stärken und Schwächen einschätzen und darstellen zu können, müssen sie im Unterrichtsgeschehen die Möglichkeit haben, das immer wieder – je nach Schulstufe, mit unterschiedlichen Trainingsbausteinen –  zu trainieren.

Eltern sollten auf Elternabenden über die genaue Zielrichtung der KEL-Gespräche und Vorgehensweise sowie über die Gesprächsunterlagen (Vorbereitungsbögen, Zielvereinbarung) hinreichend informiert werden.

2.     Vorteile eines KEL-Gesprächs

Das regelmäßig stattfindende KEL-Gespräch zielt auf eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lernsituation der Schülerin oder des Schülers. Alle Gesprächsteilnehme bringen ihre persönlichen Einschätzungen und Sichtweisen zur Sprache. Dabei wird im Hinblick auf die zu erwerbenden Kompetenzbereiche wertschätzend das miteinander besprochen, was die Schülerin oder der Schüler schon kann und wo konkret Förderung und Unterstützung anzusetzen sei.

Die Vorteile der in entspannter und konstruktiver Atmosphäre geführten KEL-Gespräche  lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • ·         Feedback für alle Beteiligten

  • ·         Aufbau von gegenseitigem Vertrauen  und Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses

  • ·         Individuelle Förderung durch ganzheitliche Sichtweisen auf die Schülerin oder den Schüler, d.h., konstruktives Herausarbeiten der Stärken und Schwächen der uns Anvertrauten

  • ·         Eindeutige Verantwortlichkeiten bei den vereinbarten Maßnahmen und Unterstützungsangeboten

  • ·         Steigerung der Eigenverantwortlichkeit auf Seiten der Schülerinnen und Schüler

3.     Vorbereitung des KEL-Gesprächs

Für einen erfolgreichen Gesprächsverlauf ist eine fundierte Gesprächsvorbereitung notwendig.

Die Klassenvorstände sollten schon im Vorfeld eines KEL-Gesprächs Informationen über die Schülerinnen und Schüler einholen, um diesen und deren Eltern kompetente Gesprächspartner zu sein.(Blatt 3).

Bei der organisatorischen Vorbereitung sollte Folgendes beachtet werden:

  • ·         KV lädt die Schülerin oder den Schüler sowie die Eltern zum Gespräch ein. Die Einladung erfolgt grundsätzlich schriftlich, möglich ist aber auch eine andere Absprache.

  • ·         Die Vorbereitungsbögen (Blatt1, Blatt 2, wenn notwendig auch der, der Kompetenzmappe beigelegte Zielvereinbarungsbogen) werden rechtzeitig vor dem KEL-Gespräch an die Beteiligten ausgegeben.

  • ·         Für angenehme Gesprächsbedingungen muss gesorgt sein (abgeschlossener Raum, keine Störung, Papier und Stift für alle Beteiligten).

4.     Ablauf des KEL-Gesprächs

Die Art und Weise wie ein Gespräch eröffnet wird, bestimmt vielfach den weiteren Gesprächsverlauf. Da Begrüßung und dem Auftakt zum Gespräch eine besondere Signalwirkung innewohnt, ist es daher immer ratsam, zu Beginn einen persönlichen Kontakt zu der Gesprächspartnerin oder dem Gesprächspartner herzustellen.

Das KEL-Gespräch könnte daher auf folgende Weise ablaufen:

  • ·         Warming-up:  KV begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • ·         Der Zeitrahmen wird festgelegt

  • ·         Es werden Schwerpunkte des Gesprächs vereinbart. Für die Festlegung der Schwerpunkte geben Kompetenzbereiche und Schlüsselqualifikationen wichtige Orientierungshilfen.

  • ·         Alle Beteiligten berichten der Reihe nach anhand des Vorbereitungsbogens über ihre Erfahrungen, Wahrnehmungen, Wünsche und Ziele. Dabei ist Wert darauf zu legen, dass sich alle Beteiligten als Partner auf Augenhöhe wahrnehmen können. Jeder Bericht sollte grundsätzlich mit einer positiven Darstellung begonnen werden. Idealerweise sollten Schülerinnen und Schüler mit ihrem Bericht beginnen.

  • ·         Im Falle einer Zielvereinbarung verfasst KV darüber ein kurzes Protokoll, das alle Beteiligten unterfertigen.

  • ·         In der Zielvereinbarung werden konkrete Maßnahmen und Unterstützungsangebote formuliert.

  • ·         Ein zweites KEL-Gespräch kann vereinbart werden –  zwecks Rückmeldung über vereinbarte Maßnahmen.

  • ·         KV verabschiedet die Gesprächspartner.

5.     Nachbereitung des KEL-Gesprächs

Ein KEL-Gespräch dient einerseits einer besseren Kommunikation, andererseits soll es Schülerinnen und Schülern konkrete Unterstützung  in der jeweiligen schulischen Situation sichern. Wichtig dabei ist die Notwendigkeit, dass nach dem Gespräch alle Beteiligten wissen, was von ihnen erwartet wird.

Die Nachbereitung könnte daher folgendermaßen aussehen:

·         Die Gesprächspartner erhalten je eine Kopie des Protokolls mit Zielvereinbarung. Ohne Zustimmung der Beteiligten darf  KV das Protokoll innerhalb des Lehrerkollegiums nicht weitergeben.

·         KV bewahrt dieses lediglich auf. Das Protokoll wird nicht aktenkundig. Grundsätzlich verbleiben die Unterlagen solange beim KV bis ein weiteres Gespräch stattfinden wird oder die Schülerin bzw. der Schülerdie Schule verlässt.

·         Das Ergebnis des KEL-Gesprächs ist die Grundlage für das nächste KEL-Gespräch, das im darauf folgenden Semester wieder stattfinden wird.

Literatur: Rheinland Pfalz. Leitfaden für ein Lehrer-Schüler-Eltern-Gespräch an rheinland-pfälzischen Schulen. Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

 

 Schüler                                    Eltern                                         Übersetzung